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Chinesen aus Goldmine in der DR Kongo entführt

Aus einer Goldmine in der Demokratischen Republik Kongo sind am Samstagabend acht Chinesen entführt worden. Eine bislang unbekannte bewaffnete Miliz habe die Mine in der Ortschaft Mukera in der Region Fizi im Osten des Landes überfallen und dabei mindestens zwei kongolesische Sicherheitskräfte getötet, sagte die Regionalverwalterin von Fizi, Aimé Kawaya, der Deutschen Presse-Agentur. Die Goldmine wurde offenbar von Chinesen betrieben. Ob es sich bei den Entführten um Arbeiter handelt, war zunächst unklar.

Die ehemalige belgische Kolonie mit ihren 90 Millionen Einwohnern ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Kobalt, Gold und Diamanten. China hat sich dort unter dem ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila viele Rechte an Minen gesichert, die es durch eigene Firmen ausbeuten lässt. Kobalt aus dem Kongo ist unter anderem ein wichtiger Rohstoff für die Elektromobilität. Doch der Unmut der Bevölkerung gegenüber Chinas Investitionen in der Bergbauindustrie wächst. Besonders umstritten ist ein Abkommen von 2008 mit einem Volumen von umgerechnet acht Milliarden Euro, das China Bergbaurechte im Gegenzug für Infrastruktur-Projekte garantiert. Der amtierende Präsident Felix Tshisekedi hat vor wenigen Wochen die Überprüfung des Abkommens und „fairere Geschäfte“ gefordert (China.Table berichtete).

Die ostkongolesische Provinz Süd-Kivu hatte im August nach einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP mehrere chinesische Goldminen-Operationen suspendiert. Ihnen werden massive Umweltzerstörung sowie undurchsichtige Geschäfte vorgeworfen. Das Schicksal der chinesischen Unternehmen liegt nach einer parlamentarischen Untersuchung nun in den Händen der Bundesregierung in Kinshasa. ck

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