ZSL öffnet Tür zu Lehrerfortbildungen

Es ist ein kleiner Schritt für das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) in Baden-Württemberg – aber ein großer Sprung für staatliche Lehrerfortbildungen. Der Präsident des baden-württembergischen Qualitätsinstituts, Thomas Riecke-Baulecke, öffnet die Lehrerfortbildung seines weit verzweigten Institutes für die Öffentlichkeit. Dazu gehören ausdrücklich auch Bildungsjournalisten. „Es wird ab sofort Formate der Lehrerbildung wie Wildcampen oder andere Barcamps geben, in die wir Journalisten herzlich einladen“, schrieb Präsident Riecke-Baulecke Bildung.Table. 

Bisher waren staatliche Lehrerfortbildungen nicht nur kompliziert und wenig nachgefragt, sondern oft auch eine Blackbox. Doch das Aufkommen öffentlich gestreamter und in sozialen Medien breit diskutierter Fortbildungen erhöht den Druck auf die staatlichen Anbieter. Dazu gehören etwa die „Mobile Schule„, die Tabletdays oder der von Apple-Resellern angebotenen Fortbildungsreihe der „Gesellschaft für digitale Bildung„. „Besuchen Sie uns!“, sagte der zuständige Abteilungsleiter Klaus Teichmann. 

Dem Bekenntnis waren Irritationen beim offenen Format Wildcampen in der Akademie Bad Wildbad vorausgegangen. Aus dem ZSL Baden-Württemberg war Bildung.Table mitgeteilt worden, dass Lehrerfortbildungen wie das sogenannte Barcamp „Wildcampengrundsätzlich nicht für Journalisten zugänglich seien. Ein Barcamp ist ein zivilgesellschaftliches Format, das sich durch radikale Öffnung auszeichnet – und Teilnehmer demokratisch zu Teilgebern macht. Immer öfter veranstalten die Lehrerfortbildungs-Institute der Länder solche Barcamps. Auch nehmen Formate zu, bei denen die Öffentlichkeit via Twitter bis in geschlossene Seminare vordringt. cif

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