Thomas Sattelberger: Erst Revoluzzer, dann Macher und Liberaler

Man sieht Thomas Sattelberger: Macher und Liberaler
Thomas Sattelberger, MdB FDP

Der Abgeordnete und ehemalige Telekom-Personal-Vorstand Thomas Sattelberger wird Staatssekretär im Bundesbildungsministerium (BMBF). Der Werdegang des 72-Jährigen ist alles andere als gewöhnlich. Sattelberger entwickelte sich vom linksradikalen Revoluzzer, der Joschka Fischer zu kleinbürgerlich fand, zum Liberalen und Macher bei Daimler und Telekom. Dort setzte er Diversity-Themen entschieden um. 2017 zog er für die FDP in den Bundestag ein. Nach seiner Wiederwahl nun der Aufstieg auf den Staatssekretärsposten im BMBF. Seine Themen: Diversität und MINT, also Mathematische, Informatische, Naturwissenschaftliche und Technische Bildung. 

Sattelberger: Kulturwandel – oder „wir können uns das Gesetzesgedudel sparen“

Am bekanntesten machte Sattelberger die Durchsetzung der Frauenquote bei der Telekom, lange bevor die Politik auf die Idee kam. Sattelberger war von 2007 bis 2012 bei der Telekom als Personalchef tätig. Seine Frauenquote von dreißig Prozent in mittleren und oberen Führungspositionen brachte ihm den Beinamen „Quotenmann der Republik“. Bereits 2010 setzte sich Sattelberger für mehr Gleichstellung ein – auch gegen Widerstände. Als man ihm zehn Monate lang nur Männer als Besetzungsentscheidung für wichtigen Telekompositionen vorschlug, lehnte er ab. Und gab erst nach, als auch Frauen auf den Vorschlagslisten zu finden waren. In einem Interview fragte ihn die taz, was neben der Gerechtigkeit für Diversität spräche. Seine Antwort: „Menschenrechtsfragen mit Demografie oder Erfolgsträchtigkeit zu beantworten, finde ich immer ein bisschen schäbig“

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