Isabell Probst – berät Lehrer, die den Job wechseln

Man sieht Isabell Probst, sie coacht Lehrkräfte, die aus dem Schuldienst aussteigen wollen.
Isabell Probst coacht Lehrkräfte, die aus dem Schuldienst aussteigen wollen.

Schlechte Führung, zu wenig Geld und Personal, überbordende Aufgaben und noch dazu ein miserables gesellschaftliches Image – nach Einschätzung von Isabell Probst gehört das zum Alltag von Lehrern im deutschen Bildungssystem. Wer trotz dieser Bedingungen glücklich werden will, brauche eine ordentliche Portion Resilienz und Frustrationstoleranz. Die 41-jährige Bonnerin spricht aus Erfahrung, denn sie hat selbst sieben Jahre lang an einem Gymnasium unterrichtet. Rückblickend sagt sie über den Lehrerberuf: „Man darf sich über Jahre und Jahrzehnte nicht frustrieren lassen und muss bereit sein, systemische Mängel mit seiner eigenen Zeit, seinem eigenen Ideenreichtum und seinen eigenen finanziellen Ressourcen zu kompensieren.“ Probst hat sich 2015 entschieden, stattdessen ihre Entlassung aus der Verbeamtung zu beantragen – und unterstützt heute andere beim Schulausstieg (Bildung.Table berichtete).

Coachin und Sprachrohr für Aussteiger

„Ausgelehrt. Ab morgen läuft die Schule ohne mich!“ – so heißt Probsts 2019 veröffentlichtes Buch. Es übt Grundsatzkritik am deutschen Schulsystem und liefert Gleichgesinnten, die überlegen, den Schuldienst zu quittieren, hilfreiche Informationen. Als selbständige Coachin hat die ehemalige Studienrätin nach eigenen Angaben bereits mehr als tausend Lehrer bei ihrem Ausstieg beraten und begleitet. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Ehemann, einem Betriebswirt, und ihrem vierköpfigen Team. Im so genannten „Schulfrei-Campus“ bietet die Gruppe neuerdings Online-Kurse für Aussteiger an, Live-Trainings und Community-Treffen für die berufliche Neuorientierung.

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