Gesamtschule Münster-Mitte: selbstbestimmt lernen

Es gibt sie noch, die alten Lehrerpulte. In der Gesamtschule Münster-Mitte dienen sie allerdings nur noch als Ablage für Computer oder Arbeitsblätter. In jedem Klassenraum ersetzen nun runde weiße Lehrertische den klobigen schweren Lehrerpult. Auf den Stehtischen liegen keine Klassenbücher mit Vermerken über ungenehmes Schülerverhalten, sondern eine tellergroße goldene Klangschale. Der wabernde Gong dient dazu, wieder Ruhe in die Klasse zu bringen. Doch die Schale hat noch einen anderen Effekt: „Wenn ich an der Klangschale klingele, weiß jeder Schüler: Jetzt gibt es eine Ansage!“ Sie ist Teil des einheitlichen „Classroom Managements“, das mit allen Kolleginnen und Kollegen abgesprochen ist. „Es klingt trivial“, sagt Kathi Kösters, die Leiterin der Schule, „aber alle unserer hundert Lehrer nutzen diese Klangschale. Und alle unsere Schüler wissen, was der Gong bedeutet.“ Ruhe, bitte!

Heterogene Schülerschaft

Klare Regeln und ein Konzept freien Lernens – so geht Schule an der Münsteraner Gesamtschule. 2012 gestartet, wurde hier Schule anders gedacht. Kein: Du kannst kein Mathe, du bist schlecht in Sport. Du bist Hauptschüler, du Realschülerin! „Als wir die Schule gegründet haben, wussten wir, dass wir eine sehr heterogene Schülerschaft haben werden“, erzählt Kösters, die die Schule von Beginn als Chefin geprägt hat. Heterogen heißt in Münster: von der Gymnasialempfehlung über Real- oder Hauptschulempfehlung bis hin zu Kindern mit Förderbedarf lernen hier. Solch einer Mischung könne man nicht den gleichen Unterricht vorsetzen, sagt Kösters, „da überfordert man die einen und unterfordert die anderen.“

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