Diana Knodel – lässt Lehrkräfte voneinander lernen

Man sieht Diana Knodel im Profil, sie ist Co-Gründerin von Fobizz, einer Fortbildungsplattform für Lehrkräfte.
Diana Knodel ist Co-Gründerin von Fobizz, einer Fortbildungsplattform für Lehrkräfte.

Zuhauf gibt es sie, die Geschichten über Lehrerinnen und Lehrer, die nicht einmal eine E-Mail verschicken können und in der Pandemie völlig abgetaucht seien. Diana Knodel hat andere Erfahrungen gemacht. „Wir sehen so viele engagierte Lehrende auf unserer Plattform, dass unsere Server in die Knie gehen. Sie wollen sehr viel lernen, um den bestmöglichen Unterricht zu machen.“ 200.000 Lehrkräfte würden Fobizz mittlerweile nutzen.

Diana Knodel ist Mit-Gründerin von Fobizz und verantwortet die Produktentwicklung. Gemeinsam mit Theresa Grotendorst hat sie die Fortbildungsplattform für Lehrkräfte 2018 ins Leben gerufen. Auf Fobizz geben Lehrkräfte, Trainerinnen und Medienpädagogen ihre Erfahrungen zum Einsatz digitaler Medien an andere Kollegen weiter. Es ist das zweite Tech-Unternehmen, das Knodel gründete. Mit App Camps entstand zuvor eine Plattform, die Lehrern Unterrichtsmaterialien rund um das Thema App-Entwicklung und Programmierung zur Verfügung stellt.

Knodel und Grotendorst kennen sich aus der Hamburger Tech-Szene, wo sie gemeinsam viel ehrenamtlich gewirkt haben. Es ist beiden eine Herzensangelegenheit, jungen Menschen Interesse, Wissen und Begeisterung für Tech-Themen zu vermitteln. „Irgendwann entschieden wir uns, unser Wissen direkt an Lehrende weiterzugeben, damit diese es in die Breite tragen können.“ Diana Knodel hat ein Studium der Medieninformatik an der Universität Ulm mit dem Schwerpunkt pädagogische Psychologie absolviert. „Ich habe mich schon immer für Psychologie und Bildung interessiert und das bereits im Studium kombiniert.“

Nachfrage in der Pandemie stark gestiegen

Fobizz soll eine Anlaufstelle sein, auf der sich Lehrende unterstützen und gegenseitig helfen können – auch jenseits des Themas digitale Bildung. Mittlerweile hat sich das Spektrum erweitert. So gibt es Kurse zu Sprache oder Resilienz, seit dem Krieg in der Ukraine auch zu Flucht und dem Umgang mit Schülern mit Fluchterfahrung. Zu abrufbaren Onlinekursen sind Webinare hinzugekommen. Die Kurse halten längst nicht mehr die Gründerinnen selbst, sondern andere Lehrer.

Während der Pandemie sei die Nachfrage nach Fortbildungen stark angestiegen. Und auch in Zukunft dürfte der Bedarf an Lehrerweiterbildungen groß sein. Durch die Digitalisierung müsse man sich zum Beispiel mit Themen wie Datenschutz auseinandersetzen. „Das sind Themen, die vor 30 Jahren in der Ausbildung noch keine Relevanz hatten, weil es die Technik noch gar nicht gab.“ Doch nur die allein helfe nicht, wenn sie nicht sinnvoll und sicher angewendet würde. Einen großen Wunsch hat Diana Knodel: „Dass Schulen mehr Freiheit, mehr Budget und mehr Verantwortung bekommen und dass weniger von oben herab bestimmt wird“. Vera Almotlak

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