Analoges Training für digitale Debatten

Man sieht eine junge Frau auf dem Foto: Eine Teilnehmerin des Debatten-Training für den Unterricht
06.11.2021 © Steffen Füssel, Steffen Fuessel, Säschsischer Landtag, 18. Jugend-Redetag, Jugendredetag

Gesprächskultur wird für Jugendliche im digitalen Raum zu einer unverzichtbaren Kompetenz. Das ist die Mission von Elfi Weiß. Die Lehrerin aus Elsterwerda in Brandenburg bringt Schülern bei, sich gepflegt zu unterhalten. Weiß macht das analog in klassischen Debattierrunden, die sie am Elsterschloss-Gymnasium eingeführt hat. „Grundregeln in Debatte wären eine Voraussetzung dafür, sich in soziale Medien zu begeben,“ ist die Deutschlehrerin überzeugt. 

Die letzte Stunde freitags ist ihre feste Debattierzeit. Wenn die Schüler abgefüllt sind mit Lernstoff, dann fragt Weiß in die Runde nach Themen, die in der Luft liegen. Meist sind es schulische Belange, die die Jugendlichen umtreiben. Wie die verpassten Stunden der Corona-Krise, die Unsicherheit angesichts digitaler Lernformate. Wenn die Gruppe in diese Themen einsteigt, wird es schnell politisch. Dann müssen die Schülerinnen und Schüler gut informiert sein – und das sind sie oft auch, sagt die Lehrerin. „Wenn sie reingehen in eine solche Debatte, dann wissen sie nicht, ob sie auf der Seite Pro oder Contra stehen.“ Das heißt, sie müssten sich mit beiden Seiten und Argumenten auseinandersetzen. „Schüler, die durch meinen Kurs gehen, können in begrenzter Redezeit viele Argumente unterbringen. Sie lernen, sachlich zu bleiben, widerstreitende Meinungen kontrolliert zu beantworten und andere ausreden zu lassen.“ Bei diesen Grundregeln ist Weiß rigoros.

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