Kollaboratives Schreiben

Was ist der pädagogische Gewinn beim kollaborativen Schreiben? 

Da würde ich gerne zwei Ebenen unterscheiden: das Brainstormen mit Schreibtools und das eigentliche Schreiben. Wenn ich kollaboratives Schreiben anwende, dabei brainstorme und Vorwissen sammle, ist der riesige Vorteil, dass ich die Gedanken jedes einzelnen Kindes in Sekundenschnelle sichtbar machen kann. Das ist etwas, was mir im analogen Klassenunterricht nie gelingen würde. Es können nicht 25 Schüler gleichzeitig gute Ideen an die Tafel schreiben, und ich kann auch nicht 25 Leute gleichzeitig dran nehmen. Mit einem Schreibtool geht das: ich kann all diese Gedanken sichtbar machen – und damit in Wahrheit diesen ungeheuren Schatz an Kreativität erst mobilisieren. Und ich kann erlauben, dies anonym zu tun. Das bedeutet, dass gerade diejenigen, die Sorge haben, dass falsch sein könnte, was ihnen einfällt, nicht sofort mit ihrem Namen an der Tafel prangen. Kollaboratives Schreiben bringt den unschätzbaren Vorteil, dass die Schüler sich gegenseitig im Dokument Rückmeldungen geben können. Das stärkt sowohl den einzelnen Schüler, weil er seinen Text sozusagen im Peer Review verbessern kann, als auch die Klassengemeinschaft – weil alle merken, dass Gemeinsamkeit ein großer Gewinn ist. 

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