Digital gestützte Selbsteinschätzung

Wo liegt der pädagogische Vorteil?

Ich ermuntere meine Schüler:innen, regelmäßig über das eigene Lernen nachzudenken – und realistische Selbsteinschätzungen darüber zu versuchen. Als Lehrerin kann ich anhand dieser Selbstkritiken sehen, wie die Schülerinnen und Schüler über ihr Lernen reflektieren. Ihr Lernprozess und ihr Lernen werden gewissermaßen sichtbar. Es ist für mich dann leichter, ihnen Tipps und Hinweise zu geben – und das sehr individuell. Ich lerne also etwas über meine Schülerinnen und Schüler und kann meinen Unterricht besser auf sie abstimmen. In der Regel gibt es dann auch keine Noten-Überraschung – weil wir konstant im Gespräch sind. Die Voraussetzung dafür ist Offenheit und Vertrauen. Die Vorteile für die Schüler:innen sind meines Erachtens sogar noch größer. Das sind ja nicht unvernünftige Protokolle oder verstockte Gedanken im Stile eines „Nein, ich konnte diese Aufgabe nicht!“ Vielmehr findet da bei den Schüler:innen ein vernunftgeleitetes Nachdenken über das statt, was gut funktioniert hat. Und auch jene Schritte des Lernens werden durchdacht, die noch nicht so gut geklappt haben. Die Schüler nutzen bei mir dafür Kriterien, die sie selbst entworfen haben. Meine Erfahrung ist, dass das den Druck nimmt, äußerlichen Anforderungen zu folgen. Und es motiviert – weil jeder mitmachen kann. 

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