Corona-Protest: Schüler werden laut

Wir werden laut: Schüler kritisieren Pandemiepolitik
Geht aus Furcht vor schlechten Abiturnoten weiter in den Präsenzunterricht: #WirWerdenLaut-Mitinitiator Tobias Westphal.

Die Inzidenz steigt täglich – und mit ihr die Angst sich mit dem Coronavirus anzustecken. Da es gerade vor allem die Jüngeren sind, die sich mit der hochansteckenden Omikron-Variante infizieren, ist die Sorge unter ihnen besonders groß. Eine Gruppe von über 140 Schülersprecher:innen aus ganz Deutschland hat deshalb vergangene Woche einen offenen Brief an die Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und an die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Karin Prien (CDU) verfasst. Sie fordern, dass die Schulen in der Pandemie endlich zu sicheren Orten werden sollen: mit Luftfiltern und kostenlosen FFP2-Masken für alle, kleinen Lerngruppen und mehr schulpsychologischem Personal.

„Die Lage in den Schulen ist so schlimm wie noch nie“, sagt Tobias Westphal von der Initiative, die sich „Wir werden laut“ nennt. Am Tag des Erscheinens der Petition, am 2. Februar, trendete der Hashtag #wirwerdenlaut auf Twitter. Tobias Westphal, 17, ist Schulsprecher am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in Berlin und steckt gerade mitten in den Abiturvorbereitungen. Auch wenn er sich in den Klassenräumen nicht mehr sicher vor dem Virus fühlt und in Berlin die Präsenzpflicht vorübergehend ausgesetzt ist, geht er trotzdem weiter in die Schule. Zwar fürchtet er sich vor einer Ansteckung, doch die Furcht vor einer schlechten Abiturnote ist größer. Trotzdem bleiben ein paar seiner Mitschüler:innen lieber zu Hause – vor allem die mit Risikopatienten oder ungeimpften kleinen Geschwistern zu Hause.

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