Von dieser Schule kann die Bildungsrepublik lernen

Schulpreis Salzwedel Herrmann
Gewinnt sie den Schulpreis? Heike Herrmann im Projektunterricht mit einer pädagogischen Hilfskraft der Lessing-Schule Salzwedel. Foto: Tami Lea Herrmann

In Salzwedel schwärmen viele von dieser Schule. Obwohl sie gar nicht genau wissen, was dort Geheimnisvolles geschieht. Allein aber die Nominierung der Gotthold-Ephraim-Lessing-Ganztags- und Gemeinschaftsschule hat dafür gesorgt, dass sich die Schülerschaft verändert. Es melden Eltern ihre Kinder an, die sie sonst wohl nicht fast ans Ende der Ernst-Thälmann-Straße im Südosten des 20.000-Einwohnerorts geschickt hätten. Dafür gibt es viele Gründe: das Lernen in Projekten, eine gute digitale Ausstattung, junge Lehrer – und Wup. 

Jeder Tag beginnt mit Wup, genauer: Warm up. Eine halbe Stunde, bevor der Unterricht richtig losgeht, können die Schüler ankommen. Helen*, 11, hat ihre Hausaufgaben vergessen. Und schreibt jetzt flugs einen Übungsbrief nach. Unweit von ihr sitzen zwei ukrainische Jungen aus Kiew. Sie sind erst seit zwei Wochen da. Sie nutzen die Wup-Stunde, um mit Wortkärtchen Deutsch zu lernen. Lisa weiß gar nicht so recht, ob sie ihre Hausaufgaben vergessen hat. Sie gehört zu jenen Schülern, von denen es nicht wenige gibt an der Lessing. Zwei Jugendheime sind im Einzugsbereich der Schule in Salzwedel (Sachsen-Anhalt). Für diese Kinder ist es gut, wenn sie morgens eine halbe Stunde beim Warm up Zeit haben, um von ihren Sorgen zu berichten. Oder sich erstmal zu sammeln. „In der Wup-Stunde überlegen sich die Schüler, ‚was ist heute für mich wichtig?‘. Sie planen ihren Tag“, erklärt Florian Anderson, der Vize-Schulleiter. 

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