Schul-Digitalisierung: zwei Schritte vor, einer zurück

Grafik zur Frage der täglichen Nutzeng digitaler Medien im Schulunterricht: Ergebnisse des Bildungsmonitors zu Digitalisieurng in der Schule
Jetzt auch in der Schule: Zwei Drittel der Schüler täglich im Netz.

Es ist die erste Studie, die alle Maßnahmen für die digitale Bildung seit 2020 evaluiert, und sie zeigt, wie viel die deutschen Schulen bei der Digitalisierung aufgeholt haben. Inzwischen haben 86 Prozent der Schulen Lernmanagementsysteme. In zwei Drittel der Schulen wird täglich digital gelernt – eine Verdreifachung seit 2018. Gleichzeitig bleibt der Rückstand bei der essenziellen Infrastruktur riesig. Nur etwa vier von zehn Schulen haben bislang eine „ausreichend starke Internetverbindung“. Das ist das Ergebnis des Bildungsmonitors des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IW), den die von Arbeitgeberverbänden finanzierte Lobbyorganisation „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ beauftragt hat und der heute vorgestellt wird. 

Bislang berief man sich stets auf die international vergleichende ICIL-Studie von 2018, wenn man Auskunft über den Stand der Digitalisierung in Deutschland geben wollte. Dieses Papier ist inzwischen an entscheidenden Stellen überholt. Die Coronapandemie habe den Prozess beschleunigt, schreiben Christina Anger und Axel Plünnecke, die Autor:innen des IW-Berichts. Allerdings gebe es weiter große Unterschiede zwischen Bundesländern und zwischen den einzelnen Schulen. „Wenn nun keine systematische Weiterentwicklung der Digitalisierung erfolgt, besteht die Gefahr, dass Kinder an Schulen mit guter digitaler Ausstattung anders gefördert werden als Kinder an Schulen mit einer weniger guten Ausstattung.“ So die politische Einschätzung von Anger und Plünnecke.

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