NRW: Eine Stunde Ausgleich für Digitalisierungsbeauftragte

Das nordrhein-westfälische Schulministerium verpflichtet jede Schule des Landes, einen Digitalisierungsbeauftragten zu benennen. In einer Schulvorschrift vom 12. September wird dies als Maßnahme zum Voranbringen der „schuleigenen digitalen Unterrichtskultur“ angeordnet. Aufgabe der Digitalisierungsbeauftragten soll sein, ihre Schule bei pädagogisch-didaktischen Prozessen der Schul- und Unterrichtsentwicklung in einer digitalen Welt zu unterstützen. Die beauftragten Lehrkräfte werden dafür eine Wochenstunde als Ausgleich erhalten. Das heißt, ihr Unterrichtsdeputat sinkt um eine Schulstunde.

Spannung zwischen Anforderung und Deputat

Die Reaktionen in Netz und Medien auf die Installation der Digitalisierungsbeautragten waren größtenteils positiv. Die Kritiker stoßen sich am „offensichtlichen Dissens zwischen Anforderungsprofil und Stundendeputat“ an. Stephan Osterhage-Klingler, der stellvertretende Vorsitzende der GEW Nordrhein-Westfalen, betont, dass das Angehen der „umfassenden Zukunftsaufgabe“ Digitalisierung äußerst wichtig sei. Zum Beispiel leisteten die Beauftragten Konzeptarbeit und initiierten Austausch- und Reflexionsrunden. Allerdings: „Wie diese Arbeit erfolgreich in einer Stunde pro Woche zu leisten sein soll, steht in den Sternen.“

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