Lehrer fordern zweiten Digitalpakt

Sie nennt es „Logbuch für das Schuljahr 2021“. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, hat die Landesregierung davor gewarnt, weiter mit freitäglichen Rundmails den Schulbetrieb zu steuern. Nach den Sommerferien müsse die Schulpolitik den Krisenmodus überwinden. Sie erwarte verlässliche Antworten auf eine Reihe ungelöster Probleme. Fleischmann nannte den gravierenden Lehrermangel, die Sicherheit von Lehrern wie Schülern sowie einen weiteren Ausbau der digitalen Grundausstattung. „Wir brauchen ein Logbuch 2021/22, das die möglichen Szenarien des kommenden Schuljahres auflistet und Lehrer:innen wie Schulleiter:innen unterstützt“, sagte Fleischmann. 

Nicht nur in Bayern hat das hektische und zufällige Schulregime gerade Schulleiter zur Verzweiflung getrieben. Mit der ersten Schließung der Schulgebäude im März 2020 begann eine lange Phase sprunghaften Umgangs mit den Schulen. Während sich die Kultusministerinnen dafür rühmten, so gut wie nie in ihrer Geschichte seit 1947 zusammen gearbeitet zu haben, riss die Kritik aus Schulen und von Schulträgern nicht ab. Missbilligt wurde die Nicht-Einführung von Luftfiltern, verschleppte Testkonzepte und die langwierigen Verhandlungen um die Zusätze zum Digitalpakt Schule. „Wir wollen vor Ort nicht mehr der Prellbock für die politischen Entscheidungen sein: Lehrer und Schulleitungen werden angegriffen“, sagte Fleischmann. „Es reicht jetzt!“ Mit Angriffen meinte die Präsidentin des BLLV Kritik von Eltern, die in der Schule adressiert wird, obwohl der Kultusminister gemeint sei. Es gebe aber auch physische Angriffe. Wegen der Schulpolitik sei es auch zu teils spontanen Demos von Eltern gekommen.

Jetzt weiterlesen

Lesen Sie diesen Text und das Bildung.Table Professional Briefing 30 Tage lang. Kostenlos und ohne Verpflichtung.

Sie sind bereits Gast am Bildung.Table? Jetzt einloggen