„Romeo und Pauline wurden instrumentalisiert“ 

Die zwei Kinderreporter Julia und Romeo sprechen für Late Night Berlin mit Armin Laschet.
Die zwei Kinderreporter Pauline und Romeo sprechen bei „Late Night Berlin“ mit Armin Laschet.

Der Auftritt von zwei Kindern in „Late Night Berlin“ von Klaas Heufer-Umlauf wird womöglich Konsequenzen haben. Die „Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen“ teilte mit, dass sie der Einhaltung der Kinderschutzstandards und medienethischen Regeln bei der Produktionsfirma Florida TV nachgehen werde. Die Leiterin Claudia Mikat sagte Bildung.Table, der Auftritt der beiden Elfjährigen sei unauthentisch gewesen und werfe Fragen auf. Erfahrene Redakteurinnen von Kindersendungen wie „Logo!“ sagten übereinstimmend, dass sie grundsätzlich keine Knopfmikrofone in die Ohren von Kinderreportern platzierten. Die beiden Kinder trugen solche Regie-Mikrofone. Medienethiker gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie sprechen von Instrumentalisierung der beiden Elfjährigen. Es sei inakzeptabel, Kinder zu benutzen, um Politiker vorzuführen. 

In der Show hatten die beiden Teenies Romeo und Pauline die Kanzlerkandidaten Laschet und Scholz in Bedrängnis gebracht, am gestrigen späten Abend war Annalena Baerbock dran. Armin Laschet kam beim Thema des extremen CDU-Rechtsauslegers Maaßen ins Schleudern. Als der Kanzlerkandidat den Jungen fragte, ob er denn finde, dass Maaßen ein Rechter sei, entgegnete Romeo trocken: „Frage ich Sie“. Laschet war baff. Romeo und seine Partnerin Pauline wurden anschließend für ihre Interviews gefeiert. Die Nachrichtenagentur Dpa zitierte erfahrene Kollegen mit den Worten: „Das waren die zwei härtesten Interviews im Wahlkampf„. Was die Dpa in ihrer Berichterstattung aber wegließ: Es waren keine Kinderinterviews, sondern fremdgesteuerte Gespräche, die Romeo und Pauline führten. Die beiden hatten, wie die Produktionsfirma Florida TV bestätigte, einen Knopf im Ohr. Die Schlagfertigkeit kam also nicht nur vom – großen – Talent der Kinderreporter.

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