Hackathon: Wege zur Schule der Zukunft

Es begann mit einem protokollarischen Faux Pas. Draußen in der Welt hat ihn niemand bemerkt, aber in der Konferenz der Kultusminister dürfte es Pein verursacht haben, dass die Moderatorin des Eröffnungsgesprächs zuerst die – formell – unzuständige Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) begrüßte. Und dann sehr lange brauchte, um zu erklären, warum nun eigentlich die Bildungsministerin aus Brandenburg auch da war. Ach ja, weil Britta Ernst (SPD) die Präsidentin der KMK ist, mithin die Ministerin aller deutschen Kultusministerinnen. In einem komplett hierarchiefreien Hackathon ist das egal, im derzeitigen Fingerhakeln zwischen Ernst und Karliczek ist es das überhaupt nicht. Weil Karliczek jüngst ohne Absprache mit der KMK einen Runden Tisch ausrief, bockte die Ständige Konferenz, die älter als die Bundesrepublik ist. Und deswegen warten die Bildungsanbieter immer noch darauf, dass sie an irgendeinem Tisch zu sitzen kommen, wo über die so genannte Nachhilfemilliarde gesprochen wird (Bildung.Table berichtete).

Beim Hackathon schien Anja Karliczek deutlich besser gelaunt als Britta Ernst. Die Bundesministerin sagte, der Hackathon und Bildung seien sehr wichtig. Schon das erste Kapitel von Verena Pausders Buch drehe sich ja auch um Bildung. Karliczeks Rede an die Teilnehmer:innen ließ sich auf einen Nenner bringen: sie verbreitete gute Laune. Britta Ernst hingegen war so nüchtern und klar, wie sie es in der Regel ist. Ja, beim Hackathon gehe es um etwas, was für alle und gerade jetzt wichtig sei: „Wie sieht die Zukunft der Bildung aus?“ Die KMK nehme „Wir für Schule“ ernst, sagte sie, weil in diesem Format so viele Menschen aus dem ganzen Land teilnehmen.

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