Gruselige Bilanz von „Aufholen nach Corona“

Man sieht Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger auf dem Foto: Auch sie hat keine Konzepte für Corona-Aufholen-Programme.
Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger: Auch sie hat kein Konzept für Corona-Hilfen.

Wäre das Papier dieses größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts Europas ein amtliches Dokument, dann hätten seit gestern 10 Uhr reihenweise Schulminister ihren Rücktritt erklären müssen. Was das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB) vorgelegt hat, ist eine ebenso zielgenaue wie schonungslose Bilanz der Bildungspolitik infolge von Corona. Sie zeigt das Versagen der für Bildung zuständigen Landesminister. Das WZB hat untersucht, wie hilfreich die so genannten „Aufholen nach Corona“-Programme für Schüler waren. Ergebnis: Die Kultusminister wussten nicht, welchen Schülern sie eigentlich helfen müssen. Und die Maßnahmen, die sie ergriffen, waren weder durchdacht noch zielgenau noch ausreichend dotiert. Das Problem: Diejenigen, die über schnell einsetzbare, wirksame Online-Tools für pädagogische Corona-Hilfen zu Gunsten von Schülern verfügten, wurden abgewiesen

Das Gute an dem WZB-Papier von 355 Seiten ist: Es ist umfassend. Es beobachtet alle schulischen Maßnahmen – jene, die gegen die Corona-Lücken eingesetzt wurden, und jene, die gar nicht erst angewandt wurden. Das ist keine Petitesse. Wir erinnern uns, wie laut die Schulminister seit langem darüber klagen, dass die Schließung der Schulen im Zuge von Corona zu großen Lernlücken geführt habe. Daran konnte auch der Online-Unterricht nichts ändern, den die Schulbehörden organisierten. Noch nie haben sich Kultusminister so für Chancengleichheit und psychisches Wohlbefinden eingesetzt – vor allem rhetorisch. Das zeigt die Studie von Benjamin Edelstein und anderen des Wissenschaftszentrums Berlin.

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