Exzellenzinitiative der Ampel: Kein Meisterstück

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger bei ihrer Grundsatzrede zur Exzellenzinitiative.

Kein Azubi hört den Startschuss für die Exzellenzinitiative, den Bettina Stark-Watzinger am Montagmorgen gibt. Die Bildungsministerin war für die Präsentation in ein Berliner Auto-Tech-Unternehmen gekommen. Aber die Berufsschule für den hohen Besuch schwänzen? Das wollte dann doch keiner. Drei Bausteine – die „drei Is“ – stellte die FDP-Politikerin vor. Die berufliche Bildung soll „individueller, innovativer und internationaler“ werden. Ihr Ministerium will individuelle Chancen erhöhen, innovative Angebote und eine moderne Infrastruktur in der Berufsausbildung stärken und internationale Mobilität von Azubis fördern. Das Ziel: Die berufliche Bildung attraktiver machen – und den Fachkräftemangel angehen. Ein Blick auf das Programm zeigt jedoch: Der große Wurf ist es nicht.

1. Es fehlt eine wirklich neue Idee

Die Exzellenzinitiative präsentiert Stark-Watzinger in einem innovativen Ausbildungsbetrieb – die Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) GmbH entwickelt unter anderem effizientere Antriebe. Der Plan der Ampel selbst kommt hingegen wenig innovativ daher: Bestehende Maßnahmen will sie ausweiten und mit ähnlichen, neuen Initiativen bündeln. Das BMBF errichtet damit ein Sammelbecken für Maßnahmen, eine „Dachmarke“, wie das BMBF sie nennt. Mehr individuelle Chancen soll es zum Beispiel durch eine Reform des Aufstiegs-Bafög geben. Die Förderung für eine Weiterbildung, etwa zum Meister, soll dadurch flexibler werden. Zudem sollen mehr Azubis Erasmus+ nutzen und damit die Ausbildung internationalisieren.

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