Alles digitalisieren – nur die Schule nicht

Als Annalena Baerbock, die Kanzlerkandidatin der Grünen, wegen vermeintlicher Fehler in ihrem Lebenslauf öffentlich angeprangert wurde, erschien dies wie eine Mischung aus Frauenfeindlichkeit und Böswilligkeit der Betrachter. Der akademische Part ihrer Vita enthielt jedenfalls keine Fehler. Entscheidend ist, dass sie an einer der angesehensten Universitäten der Welt studierte, der London School of Economics and Political Science. Der Rest ist Verwirrung von Betrachtern, die nicht wissen, dass die Bachelor-Master-Reform in Deutschland erst nach dem Studium der Politologin und Völkerrechtlerin eingeführt wurde. 

Als Baerbock jüngst auf Twitter einen massiven Bildungsausfall durch Corona monierte, schien das zunächst ebenfalls einer Verwirrung geschuldet – der ihres twitternden Büros. Dass Schulkinder in der Pandemie gelitten haben, keine Frage. Aber sieht die Mutter zweier Kinder, die Bildung und Chancengleichheit immer wieder thematisiert, tatsächlich nicht, dass es während der Schulschließungen auch bahnbrechende Lernideen und -projekte gab? Immerhin wurde dafür sogar ein eigener Schulpreis verliehen. 

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