Digital-Kompetenz droht zu versiegen

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres spricht von einem „Schub für die Digitalisierung“. Auch das bayerische Kultusministerium zieht gegenüber Bildung.Table eine „insgesamt positive Bilanz“. Dennoch könne „auch guter digitaler Distanzunterricht den Präsenzunterricht nicht vollständig ersetzen.“ Das hatte wohl niemand vor, aber eine sinnvolle Weiternutzung der Tools und Technik, die nun angeschafft sind und auch noch werden, die wollen alle Verantwortlichen erreichen. Nie waren die Voraussetzungen für hybrides Lernen besser, bei dem digitale Lehr- und Lernmittel und angepasste Unterrichtskonzepte zum Einsatz kommen.

Die Aufrüstung läuft

Denn in der Pandemie haben die Bundesländer die Schulen, Lehrer:innen und Schüler:innen technisch aufgerüstet. Von den 6,5 Milliarden Euro für den Digitalpakt Schule wurden bis Februar 1,363 Milliarden Euro verplant oder ausgegeben. Und noch scheinen die Bundesländer im Shoppingmodus. Allein Bayern schaffte aus Bundes- und Landesmitteln bislang 360.000 Laptops und Tablets für seine 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche an Allgemeinbildenden Schulen an (Verhältnis 1:4). Das kleinere Berlin schaffte gut 50.000 Endgeräte für seine 366.000 Schüler:innen an (Verhältnis 1:7). Und die Bundesländer planen weitere Gerätekäufe. Schleswig-Holstein, das kommende Woche in die Sommerferien geht, will zum Beispiel allen Lehrer:innen zeitnah dienstliche Endgeräte zur Verfügung stellen, Berlin rollt 37.000 Tablets an Lehrkräfte aus. Die Geräte kommen, und manch Pädagoge scheint darauf nur zu warten.

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