Die Fehler im digitalen Zeugnis

Das digitale Schulzeugnis kommt -die Frage ist nur weiterhin wie. Das Projekt will dafür sorgen, dass das Einreichen von Zeugnissen bei Bewerbungen reibungslos und fälschungssicher wird. Damit ist es Teil eines ehrgeizigen Digitalisierungsvorhabens des Bundes, bei dem alle staatlichen Leistungen auch digital angeboten werden sollen. Der erste Testlauf, der von dem federführend zuständigen Bundesland Sachsen-Anhalt organisiert wurde, kam nun massiv in die Kritik: Ein Hacker und eine Hackerin konnten ungehindert in das Testsystem eingreifen und sich angeblich Zeugnisse ausstellen. Ein Fachjournalist beim IT-Nachrichtendienst Golem urteilte über das Pilotprojekt, es habe „haarsträubend triviale Anfängerfehler“. Für Aufregung sorgt aber auch das Festhalten an der umstrittenen Blockchain-Technologie. Dass diese gar nicht aus technischen Gründen verwendet wurde, zeigen jetzt auch ältere Strategieentwürfe zur Digitalisierung und ein internes Positionspapier, das Bildung.Table vorliegt.

Gut gedacht, aber nicht gut gemacht

Die Technologie hinter dem „Digitalen Schulzeugnis“ entwickelt die Bundesdruckerei. Die Ziele des Projekts sind nachvollziehbar: Die analogen Zeugnisse verursachen in den Amtsstuben viel Arbeit. Bewirbt sich eine Person nach der Schule bei einer Universität, muss sie meist eine beglaubigte Zeugniskopie einreichen. Ein beliebig kopierbares digitales Schulzeugnisses soll hingegen technisch leicht in der Uni oder auch von einem Arbeitgeber auf Echtheit überprüft werden können. Damit das funktioniert, wird in das ausdruckbare PDF-Zeugnis noch eine XML-Datei mit strukturierten, maschinenlesbaren Daten integriert.

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