Dataport übernimmt HPI-Cloud

Das Hasso-Plattner Institut (HPI) hat am Montag sein Software-Baby, die Schulcloud, symbolisch an drei Bundesländer übergeben. Brandenburg, Thüringen und Niedersachsen wollen ab sofort die open-source-Cloud selbst betreiben und haben sich dazu den Dienstleister „Dataport“ ausgesucht. Die Schulcloud wird weiter von Potsdam-Griebnitzsee aus organisiert und entwickelt – allerdings nun nicht mehr unter Führung des HPI, hieß es. Das Personal wechsle zu Dataport und sei bereits in ein anderes Gebäude umgezogen. Der Projektleiter der Schulcloud, Jan Renz, wechselt vom HPI ins Bundesbildungsministerium, das die Schulcloud mit 20 Millionen Euro gefördert hat.

Die Veranstaltung zur Übergabe des Projektes am Montag, gespickt mit Grußworten von Bildungsministern, zeigte exemplarisch den interessanten Weg des Erfolgs der Schulcloud – und die entscheidende offene Frage: wird mit der Drei-Länder-Vereinbarung und viel öffentlichem Geld ein Staatskonkurrent für mittelständische Lernwolken erschaffen? Der Direktor des HPI, Christoph Meinel, stellte erneut in den Raum, dass die von seinem Institut entwickelte Lernplattform die zentrale digitale Infrastruktur vieler Bundesländer werden könnte. „Wir hoffen – es gibt auch gute Gespräche -, dass auch weitere Länder dazu kommen“. Damit machte Meinel selbst den ordnungspolitischen Konflikt zum Thema. Der Bund hat als Forschungsprojekt eine Schulcloud mit zweistelligen Millionenbeträgen gefördert, die nun lange existierenden Clouds und Lernmanagementsystemen Konkurrenz macht. Bezeichnenderweise fiel im HPI am Montag kein einziges Mal der Name einer der Wettbewerber: Etwa die open-source-Systeme „Moodle“ und „Mebis“ mit über 10.000 Schulen in ganz Deutschland, ucs@school von Univention, „itslearning„, das inzwischen im Norden und in Baden-Württemberg Landeslösung ist, „Lernsax“ in Sachsen und vor allem „IServ„, dem Marktführer in Norddeutschland. 

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