Netzwerk statt Bildungsrat

Das neue „Netzwerk Bildung Digital“ will nicht weniger als die Transformation des Bildungssystems erreichen und zu diesem Zweck „alle Bildungsbereiche“ vernetzen. „Das Bereichsübergreifende ist tatsächlich das Neue: dass wir nicht alle unsere eigenen Süppchen kochen“, sagte Jacob Chammon vom Forum Bildung Digitalisierung bei der Auftaktveranstaltung. „Wir brauchen jetzt eine Bestandsaufnahme.“ Das Forum ist ein Verein von neun einflussreichen Stiftungen, darunter die „Deutsche Telekom Stiftung„, die „Bertelsmann Stiftung„, die „Robert Bosch Stiftung“ und die „Stiftung Mercator„. Das Forum Bildung soll das neue Netzwerk koordinieren – und bekommt dafür Geld vom Bundesbildungsministerium. „Wir brauchen jetzt auch einen gemeinsamen Aufschlag“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), „wo jede Ebene und jede Institution den Bereich, den sie verantwortet, am Ende weiterentwickelt. Aber irgendwo muss das alles wieder zusammenlaufen„.

Sortieren mächtige Bildungsstiftungen vor?

Die Bundesbildungsministerin dürfte mit dem neuen Netzwerk etwas erreichen wollen, was ihr in der Zusammenarbeit mit den Schulministern nicht gelungen ist: einen Bildungsrat begründen, in dem sich gesellschaftliche Gruppen über die Zukunft des Bildungssystems austauschen (Bildung.Table berichtete). Der geplante Bildungsrat war gescheitert, weil die Länder sich mit dem Bund nicht über die Stimmverteilung einigen konnten. Ob das neue Format „Netzwerk“ allerdings föderale Strukturen auflockern oder gar aufbrechen könnte, steht in den Sternen. Erstens sind mit den Bildungsstiftungen mächtige Spieler als Koordinatoren beteiligt, die möglicherweise nur bestimmte gesellschaftlichen Akteure einladen. Zweitens ist ein Beitrag der für Schule zuständigen Länderminister bislang nicht erkennbar. 

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