Bildungsdaten: Ankunft im 21. Jahrhundert?

Die Datenbasis, auf die sich Bildungspolitik und -forschung hierzulande stützen, ist unterentwickelt. Diese Diagnose ist nicht neu, die Klage darüber ist so alt wie die erste Pisa-Studie. Doch neu ist, dass an vielen Stellen Bewegung in eine alte Debatte kommt. Das Ausmaß der Corona-Folgen für Schüler kann bisher kaum mit Empirie belegt werden. So wird das Corona-Aufholprogramm vom Rechnungshof über die Bundespolitik bis in die Wissenschaft verrissen. Denn die Länder verteilten die Gelder nach ihren ganz eigenen Vorstellungen und die zwei Milliarden Euro erreichten nicht immer die Bedürftigsten. Es fehlt an Daten, um die Mittel gerecht zu verteilen und die Wirkung des Programms zu evaluieren. Die Unzufriedenheit auf vielen Seiten ist das erste Indiz dafür, dass sich etwas bewegt.

Das zweite Indiz liefert ein Satz, den das BMBF in seiner groben Skizze des Starchancen-Programms vor zwei Wochen an den Haushaltsausschuss übermittelte (Bildung.Table berichtete). Er lässt aufhorchen: „Die Mitwirkungsbereitschaft der Länder sowie der geförderten Schulen bei der Bereitstellung und Erhebung notwendiger Daten muss im Vorfeld sichergestellt werden.“ Das bildungspolitische Prestige-Projekt der Ampel soll die Zeitenwende hin zur evidenzbasierten Bildungspolitik einläuten.

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