Bayern: Schulversuch mit Eltern wird kleiner – und komplizierter

Der große Schulversuch in Bayern über das digitale Lernen der Zukunft ist mit Eltern gestartet. Er wird kleiner als erwartet – und wirft viele komplizierte Fragen auf. Die Stärke des Schulversuchs nämlich entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als seine Schwachstelle. Bei der 1:1-Ausrüstung der Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten sollen nämlich die Eltern mit an Bord. Sind die Eltern Eigentümer der Tablets, Laptops oder Convertibles, geraten viele pädagogische Anwendungen leichter, als wenn es die oft restriktiven Schulträger sind. Allerdings entpuppt sich die Beteiligung der Eltern als eine kommunikative Herausforderung für die Schulleiter. Bis jetzt haben sich 200 Schulen um den Eltern-Zuschuss für Endgeräte beworben. Das teilte das bayerische Kultusministerium Bildung.Table auf Anfrage mit. 

Was sagen die 5er, wenn nur die 6er und 7er Endgeräte bekommen?

Ursprünglich hatte es geheißen, dass an bis zu 250 Schulen alle Schüler digitale Endgeräte bekommen sollten. Die Einrichtungen könnten so die „Digitale Schule der Zukunft“ explorieren. Es gehe um „ein vernetztes Lernen in einer vernetzten Welt„, schwärmte Bildungsminister Michael Piazolo (Freie Wähler) anfänglich. Das Projekt ist immer noch ambitioniert, gerät zunächst aber kleiner als angekündigt. In den einzelnen Schulen erhalten nicht etwa alle Schüler:innen Endgeräte. Nur zwei Jahrgangsstufen je Schule sollen Tablets oder Laptops oder Convertibles bekommen. „Was sagen eigentlich meine Fünftklässler und deren Eltern, wenn die Sechst- und Siebtklässler ein digitales Endgerät bekommen – sie aber nicht?“ So beschrieb ein Schulleiter eine der heiklen Fragen. Wie berichtet, werden die Eltern im Schulversuch in Bayern miteinbezogen: Sie bekommen einen Zuschuss von 300 Euro für die Endgeräte ihrer Kinder. 

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