Ansturm auf bilinguale Klassen

In Berlin hat die Schulverwaltung etwas Besonderes auf die Beine gestellt: Seit Oktober erhalten ukrainische Schüler in sechs Klassen bilingualen Unterricht. Sie lernen Deutsch als Fremdsprache – und haben Fachunterricht auf Deutsch und Ukrainisch. „Deutsch-ukrainische Begegnungsschule“ heißt der Schulversuch. Aktuell erproben die Schulen in einer Vorbereitungsphase die ukrainischen Unterrichtsinhalte, ab dem kommenden Schuljahr sollen auch ukrainische Abschlüsse möglich sein. Beteiligt ist eine deutsch-türkische Europa-Grundschule mit zwei, eine Sekundarschule mit vier Klassen.

Berlin reagiert auf Forderung der Vize-Bildungsministerin

Berlin folgt damit einer Forderung von ukrainischer Seite: Laut Berliner Senatsverwaltung hat die ukrainische Vize-Bildungsministerin sich den Ausbau herkunftssprachlicher Angebote an Berliner Schulen gewünscht. Schon im März mahnte die ukrainische Generalkonsulin gegenüber den Kultusministern an, die Geflüchteten nach dem ukrainischen Lehrplan zu unterrichten. Die Kultusminister beschlossen, dass Kinder und Jugendlichen in das deutsche Schulsystem integriert werden sollen und verwiesen auf die deutsche Schulpflicht (Bildung.Table berichtete). Lehrer können laut KMK-Beschluss von Ende Juni Angebote in ukrainischer Sprache nach Möglichkeit freiwillig in den Unterricht einfließen lassen. Ukrainische Online-Materialien dürfen sie im Regelunterricht „ergänzend und flankierend“ einsetzen.

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